Die kurze Antwort
Google sortiert keine Firmen, Google sortiert Seiten. Die Seite, die dir bei deinem wichtigsten Begriff den Platz wegnimmt, gehört oft jemandem, der mit dir nie um einen Auftrag konkurriert: ein Fachportal, ein Verzeichnis, ein Hersteller, ein Blog. Wer seine Wettbewerber aus dem Vertrieb abschreibt, plant an der Suche vorbei.
Warum die Liste aus dem Vertrieb die falsche ist
Nehmen wir einen Dachdecker in Essen. Seine Wettbewerber kennt er: die zwei Betriebe, gegen die er regelmäßig Angebote verliert oder gewinnt. Bei Google sieht das anders aus. Da tritt nicht sein Betrieb gegen deren Betriebe an, sondern seine Seite über „Dachsanierung Essen“ gegen jede andere Seite, die zu genau diesem Begriff etwas zu sagen hat. Und da steht plötzlich der Ratgeber eines Baustoffhändlers auf Platz 1, ein Handwerker-Portal auf Platz 2, ein Versicherer auf 3. Der eigentliche Wettbewerber? Seite 2. Oder gar nicht dabei.
Google beschreibt das selbst ganz nüchtern: bewertet werden einzelne Seiten, nach ihrer Passung zu genau dieser Anfrage. Der Firmenname spielt dabei keine Rolle. Das ist keine Spitzfindigkeit, das ändert die Planung: Du musst nicht besser sein als dein Marktbegleiter. Du musst mit einer Seite besser sein als die Seite, die gerade oben steht.
Wer sind dann meine echten Wettbewerber bei Google?
Die Antwort ist unspektakulär: die, die bei deinen Begriffen schon auf Seite 1 stehen. Das findet man nicht durch Nachdenken heraus, sondern durch Nachsehen. VIZ‑O‑MAT® schaut bei deinen Begriffen nach, wer da sonst noch steht, und macht daraus eine Liste. Die sieht fast immer anders aus, als man dachte.
Und jetzt kommt der Teil, den die meisten Tools weglassen: Nicht jeder Name auf dieser Liste ist einer, gegen den du antreten solltest. Da sind die Riesen, Wikipedia, die großen Portale, Amazon, gegen die du nicht gewinnst und es auch nicht musst. Die sortieren wir schon vorab aus. Dann die Zufallsgäste, die nur bei einem einzigen Begriff auftauchen und sonst nichts mit deinem Thema zu tun haben. Und schließlich die, die dir wirklich ähnlich sind: gleiche Größe, gleiche Region, gleiches Angebot. Nur die letzte Sorte taugt als Maßstab.
Deshalb gibt es bei uns zwei Listen. Die automatisch entdeckten Namen, damit du siehst, wer dir gerade wirklich Klicks abnimmt. Und dein bewusst gepflegtes Wettbewerber-Set, das du selbst füllst, in den Einstellungen deiner Website unter „Wettbewerber“. Nur das Set fließt ins Rennen um Verweise und in den KI-Marktanteil ein. Zufallsfunde messen wir nicht als Gegner, sonst vergleichst du dich jede Woche mit jemand anderem.
Sind die Besucherzahlen der Wettbewerber echt?
Nein. Bei keinem Tool. Niemand außer dem Betreiber sieht, wie viele Menschen eine Website besuchen. Was ein Tool stattdessen macht: Es schaut, für welche Begriffe eine Domain rankt, nimmt das geschätzte Suchvolumen dieser Begriffe, rechnet eine angenommene Klickrate je Position dazu und addiert alles auf. Das ist ein Modell. Ein nützliches, aber eines, das in bekannte Richtungen daneben liegt. Es sieht keinen Besucher aus Instagram, keinen aus dem Newsletter, keinen, der die Adresse direkt eintippt. Und bei einem Saisongeschäft ist die Zahl im Januar schlicht eine andere als im Juni.
Darum zeigt VIZ‑O‑MAT® dir keine „geschätzten Besucher“ deiner Wettbewerber. Wir zeigen Sichtbarkeit: wer steht bei wie vielen Begriffen wie weit oben. Das ist eine Messung, kein Modell. Deine eigenen Besucherzahlen holst du dir aus der einzigen echten Quelle, die es gibt: deiner Search Console.
Warum ist ein Keyword-Vergleich ohne Marken-Abzug nur Rauschen?
Legst du die Begriffe eines großen Wettbewerbers neben deine, kommt schnell so ein Bild raus: der rankt für 40.000 Begriffe, du für 80. Klingt nach 39.920 verpassten Chancen, oder? Ist es nicht. Ein großer Teil so einer Liste ist der eigene Name in hundert Schreibweisen, dazu Produktnamen, Mitarbeiter, Standorte, Tippfehler. Alles Begriffe, bei denen nur der Inhaber selbst jemals ranken wird und auch soll. Zieh die Marke ab, und aus der Riesenzahl wird eine überschaubare Liste. Aus der wiederum lohnt sich nur, was zu deinem Thema passt.
Genau das machen unsere Chancen-Listen automatisch, bevor wir dir irgendetwas empfehlen: Begriffe mit deiner eigenen Marke und reine Namens-Suchen fliegen raus. Was übrig bleibt, ist kürzer. Aber es ist ein Plan, keine Zahl, die dich nur klein fühlen lässt.
Warum sagt die Zahl der Backlinks so wenig?
Schau dir das Linkprofil eines großen Wettbewerbers an, und die erste Zahl ist immer die größte. Sagen wir, 600.000 Links. Direkt darunter steht die, die zählt: 14.000 verweisende Websites. Teil das eine durch das andere, und du hast rund 43 Links je Website. Fast alle davon sind Wiederholungen: ein Footer, der auf jeder Unterseite einer Partnerseite steht, eine Verzeichnisleiste, ein Blogroll. Das ist keine neue Empfehlung. Das ist dieselbe Stimme, hundertmal abgegeben.
Deshalb rechnet das Rennen bei uns in verweisenden Websites, nicht in Links. Und deshalb ist ein Wettbewerber mit 400 verweisenden Websites und 2.000 Links näher an dir dran, als seine große Zahl vermuten lässt. Wer neu auf dich verlinkt und wer dich verloren hat, ist die interessantere Frage als die Gesamtzahl. Genau die stellt VIZ‑O‑MAT® dir unter Verweise jeden Monat.
Was mache ich jetzt konkret?
Zwei Dinge, und beide dauern keine Stunde. Erstens: Schau unter „Deine Suchen“ nach, wer bei deinen Begriffen wirklich neben dir steht, und trag die zwei, drei Ähnlichen in den Einstellungen deiner Website unter „Wettbewerber“ ein. Nicht die Riesen, nicht die Zufallsgäste. Zweitens: Vergiss die große Zahl. Ob 40.000 Begriffe oder 600.000 Links, sie sagt dir nichts über den einen Begriff, bei dem du nächsten Monat eine Seite nach vorn bringen willst.
Und wenn du wissen willst, wie verbindlich unsere Zahlen dabei sind, bevor du Arbeit hineinsteckst: das steht unter So messen wir.